1. Oktober 2021 - Beiträge - Allgemein

Auf den Spuren der Waldenser…

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…..wandelten die Sternenfelser LandFrauen am 30. September 2021 und trafen sich zu einer Führung in dem typischen Waldenserdorf Großvillars. Dort leben seit über 300 Jahren die Nachkommen der um 1700 aus dem Piemont vertriebenen Waldenser. Über 3000 Menschen, darunter auch der bekannte Pfarrer Henri Arnaud waren gezwungen ins Exil zu gehen, weil es ihnen verboten wurde, ihren protestantischen Gauben zu praktizieren.
Herzog Eberhard von Württemberg erlaubte ihnen sich in seinem Reich anzusiedeln. So finden sich viele Waldensergemeinden wie Perouse, Pinache, Corres, Serres oder Großvillars in der Gegend. Die Familiennamen der Bewohner wie Granget, Armingeon, Roux oder Vincon zeugen von waldensischer Abstammung.
In der Freudensteiner Straße des hübschen Waldenserdorfes Großvillars kann man die besondere Siedlungsstruktur der Fachwerkhäuser mit den Doppelhöfen sehen. Das Waldensermuseum am Ende der Straße beherbergt eine Backstube, die gelegentlich vom ortsansässigen Waldenserverein genutzt wird. In der Backstube findet man auch das Wappen der Waldenser mit der Inschrift „lux lucet in tenebris“…das Licht leuchtet in der Finsternis…ein Satz aus dem Johannes Evangelium.
Waldenserpfarrer Henri Arnaud ließ sich in Schönenberg (Ötisheim) nieder. An seinem Haus, heute ein Museum, verweist eine Tafel darauf, dass die es die Waldenser waren, die die ersten Kartoffeln in Süddeutschland anbauten. Sie brachten die Knolle aus der verlorenen Heimat mit – lange bevor Friedrich der Große den Anbau von Kartoffeln populär machte.
Ein gemeinsamer Abschluß im „Waldenser Besen“ rundete den informativen Nachmittags-Ausflug ab.